Spielzeugfreier Advent bei den Spürnasen: nachhaltiges Denken und Handeln
Eine besondere Art des Spielens
Während der Adventszeit ist das Spielzeug der Spürnasen in den – vermutlich wohlverdienten – Urlaub gefahren. Das ganze Jahr über haben die Kinder mit ihm gespielt und die Zeit war gekommen, dass es sich ausruhen darf.
Zuerst haben wir mit den Kindern darüber gesprochen, was denn Spielzeug sei. Nicht alles womit wir täglich spielen ist nämlich Spielzeug. Kissen, Decken, Bücher ließen wir beispielsweise im Raum.
Zusammen mit den Kindern entschieden wir, welche Spielsachen wir nun in den Urlaub schicken wollen und welches wir lieber behalten. Somit konnten somit einen fundamentalen Bestandteil unserer täglichen Arbeit abdecken: Partizipation. Den Kindern war wichtig, dass wir Malutensilien und Murmeln behalten und während der Adventszeit nutzen wollen. Das Spielzeug wurde fürsorglich von den Kindern in Kisten verstaut und verschwand dann ganz plötzlich.
Die Eltern unterstützten uns mit vielen Pappkartons aller Größen. Auch weitere Verpackungsmaterialien wie Eierkartons, Zeitungspapier, Pappen, leeren Papierrollen, Schachteln oder Deckel verschiedener Formen und Materialen wurden mitgebracht.
Zu Beginn dieser besonderen Adventszeit wurden hauptsächlich Buden aus den großen Kartons gebaut. Manche hielten einige Tage, andere hingegen nur wenige Stunde. Diese wurden dann von den Kindern repariert, damit sie am nächsten Tag wieder zum Einsatz kommen konnten. Im Krippenbereich waren Kartons für die persönlichen Schmusetiere zum Hinterherziehen sehr beliebt. Später bekamen diese Kartons Räder aus Plastikdeckeln, was auch bei den älteren Kindern gut ankam. Aus leeren Pralinenschachteln und Schraubverschlüssen entstanden Sortierspiele.
Generell konnten wir beobachten, dass sich das Spiel ohne vorgefertigtes Spielzeug zunächst etwas einpendeln musste. Dennoch klagte kein Kind über Langeweile. Sie entwickelten tolle Ideen, die sie gemeinsam umsetzten. So entstanden ein Küchenherd, Tischspiele, eine Autobahn, Murmelbahnen und eine Laufstrecke. Die spielzeugfreie Zeit inspirierte uns Erzieherinnen zu neuen Ideen für Angebote und Impulse. So wuchsen auch wir mit unseren Aufgaben.
Fazit für uns: die Zeit war spannend, lehrreich und schön. Wir lösten uns von dem materialistischen vorweihnachtlichen Konsum und Denken, teilten miteinander und waren mit dem zufrieden, was wir gerade – minimalistisch gesehen – zur Verfügung hatten. Es entstanden viele kreative Werke und Spiele.
Für die Zukunft wünschen wir uns weiterhin spielzeugfreie Zeiten.